"Diese Texte sind Fiktion. Alle Personen und Gegenstände sind nicht real. Sie basieren auf dem Rollenspiel Vampire: Die Maskerade."

 


 

TEMPUS-Magazin vom 13. Januar 2011

 

DIE LÄNGSTE NACHT

UNERKLÄRLICHER AUSFALL VON STROM, ELEKTRIZITÄT UND SATELLITENVERBINDUNGEN LÄHMT FÜR MEHR ALS 60 STUNDEN WEITE TEILE WESTFALENS. EIN DOSSIER.

 

Wie mag es gewesen sein, als die Lichter aus waren. Und wer hat sie gelöscht?

 

Ganze sechzig Stunden befand sich ganz Ostwestfalen bis hinunter ins Münsterland in diesen drei kältesten Tagen des angebrochenen Jahres und den dazwischen liegenden Nächten in weitestgehend tiefster Dunkelheit. Das öffentliche Leben stand still, eine ganze Region in den kollektiven Schockfrostzustand versetzt.

 

Und niemand vermag bis heute zu erklären, wodurch ein Stromausfall dieser Größenordnung verursacht werden konnte. Ebenso fehlt eine plausible Erklärung dafür, wieso nicht nur das Stromnetz versagte, sondern jedwedes elektronische Gerät seinen Geist aufgab. Von den Satellitenverbindungen für das Internet und Mobilfunk ganz zu schweigen. Vergleiche zu Scully und Mulder drängen sich auf.

 

Wie viele Kinder mögen in diesen stunden gezeugt worden sein? Und in wie weit sind wir Menschen so sehr von unseren technologischen Errungenschaften abhängig, dass wir – wie es in diesen Tagen allenthalben in der betroffenen Region geschehen ist – in regelrechte Gewaltorgien verfallen, wenn sie uns ihre Dienste versagen.

 

Unser Dossier versucht Antworten auf diese Fragen zu finden. Tauchen wir also ein in die schreckliche Faszination dieser längsten Nacht.

 


 

Der Song des ursprünglich in Paris ansässigen Labels Styx-Records läuft in den Monaten Januar bis März auf nahezu allen Stationen der Region.

 

Djane Styx: „It's not over yet“

Princes have fallen

Knights overthrown

The henchmen from the woods

Have devastated

The citiy limits

And silence fills the air

But silence

Is a traitor

Cause they are still out there

Waiting

Setting up traps

Don't be fooled my dear

Chorus:

It's not over yet

Stay inside

Try to hide

It's not over yet

Stay in the shades

Behind barrickades

The victims uncounted

Don't fall prey

To their cunning waiting way

Until I say so

Stay inside

Run and hide, run and hide

repeat Chorus 2x

Bridge:

Don't go out

(hear me shout)

repeat Chorus

 


 

Radio Herford

„... berichten Augenzeugen, dass das alte Herrenhaus in der Holtkampstraße in Bünde förmlich in sich zusammengefallen ist, als würde es von einer unsichtbaren Faust zerquetscht, bevor die Trümmer mit einem Male in Flammen aufgingen....“

 


 

Westfälische Presse vom 10. April 2011

 

TÖDLICHER UNFALL AUF DER A2

WAGEN BRENNT VOLLSTÄNDIG AUS. VON DEN INSASSEN BLEIBT NUR ASCHE.

 

In der gestrigen Nacht kam es in der Ausfahrt Bielefeld-Zentrum zu einem tödlichen Unfall. Ein Mercedes mit wahrscheinlich fünf bisher unidentifizierten Insassen kam aus bisher ungeklärten Gründen beim Verlassen der Autobahn von der Fahrbahn ab, durchbrach die Leitplanke, überschlug sich und fing Feuer. Die folgende Explosion muss eine enorme Hitze entwickelt haben, denn vom Fahrer und seinen Begleitern blieb Berichten der Polizei zufolge nur Asche übrig. Wie sich bis zum raschen Eintreffen der Rettungskräfte solch enorme Temperaturen im Wagen aufbauen konnten, ist zur Stunde ungeklärt. Die Polizei ermittelt.

 


 

Eine Nachricht, die alle Domänen im April 2011 erreicht...

 

Wir bedauern mitteilen zu müssen, dass wir aufgrund der Ereignisse der vergangenen Monate die altehrwürdige Domäne Teutoburg zum dominium infirmum erklären müssen und warnen ein jedwedes Kind vom Geblüte eindringlich davor, sich den Städten Bielefeld, Osnabrück und Münster sowie dem dazwischen liegenden Land zu nähern.

 

Gleichsam ermahnen wir ein jedes Kainskind, nicht zu versuchen mit Kainskindern der Region in Kontakt zu treten, um diese nicht zu gefährden. Diese Ermahnung bedarf keiner Erklärung außer dem guten Glauben daran, dass wir wissen, wovon wir sprechen und weshalb wir diese Warnung herausgeben.

 

Die Einschätzung der Region als dominium infirmum beinhaltet die Überzeugungen, dass in der Domäne

a) keine gewachsenen Strukturen,

b) keine sicheren Elysien und

c) keine ungefährliche Nahrungsbeschaffungsmöglichkeiten mehr existieren.

 

Stattdessen scheint die Bedrohung, die die Domäne heimgesucht hat, weiterhin existent.

 

Die hiermit gegebenen Warnungen sind ernst zu nehmen und besitzen den Status eines Edikts.

 

Reinhardt von Trotta, Justikar des Clans des Zepters der Könige

 


 

Ein denkwürdiges Gespräch

 

Das folgende Gespräch ist so oder so ähnlich in vielen Elysien Deutschlands im Frühjahr 2011 zu hören. In diesem Fall stammt das Transkript aus Dortmund, wo der Ventrue-Primogen Theobald Morgenstern, die Harpyie Liz vom Clan Toreador und der Gangrel-Neonaten Clemens sich an einem denkwürdigen Abend unterhielten.

 

LIZ: Wir haben noch immer keine Nachrichten aus der Domäne Teutoburg.

 

MORGENSTERN (besorgt): Verdammt nochmal. Der abbat scheint ganze Arbeit geleistet zu haben.

 

LIZ: Sind wir uns inzwischen sicher, dass der Sabbat dahintersteckt?

 

CLEMENS: Wer sonst?

 

LIZ (schaut mit rügendem Blick auf den Neonaten, der einfach so das Wort ergriffen hat, doch MORGENSTERN bleibt ungerührt.)

 

MORGENSTERN: Ganz recht... (nachdenklich) Wer sonst?

 

CLEMENS: Ich habe irgendwo gehört, dass es vor einiger Zeit Probleme mit der Geistlichkeit in Münster gegeben hat...

 

LIZ (führt den Satz zu Ende): … und ich habe gehört, dass Münster auf der schwarzen Liste unerlaubter verfemter Orte der Camarilla stehen wird. (Zu MORGENSTERN) Unser junger Freund könnte da Recht haben.

 

MORGENSTERN (schnaubt): Als ob die Kirche derlei Macht hätte, eine ganze Region von Kainskindern entweder in Schach zu halten oder auszurotten!

 

LIZ (denkt nach): Was für Informationen HABEN wir denn aus Teutoburg?

 

MORGENSTERN: Nicht viel mehr als aus den Zeitungen und den anderen Medien. Es hat hat einige schlecht übertragene Emails im Internet gegeben, aber ansonsten wissen wir nichts. Es besteht keinerlei Kontakt zu irgendjemandem dort. (Er lässt eine kurze Kunstpause). FALLS da überhaupt noch jemand ist.

 

CLEMENS: Hat die Camarilla Archonten in die Region geschickt?

 

MORGENSTERN (mit finsterer Miene): Selbst wenn, geht Euch das kaum etwasan.

 

LIZ (erstaunt): Es WURDEN welche Ausgesandt oder? … Und sie sind nicht zurückgekehrt?!

 

MORGENSTERN (übergeht ihre Fragen): In jedem Fall scheint im Augenblick dort Ruhe einzukehren. Ansonsten würde die Camarilla abenteuerlustige Kainskinder kaum dazu ermutigen, sich dort niederzulassen und die Domäne neu zu besiedeln.

 

LIZ (süffisant zu CLEMENS): Vielleicht solltet IHR dahin gehen....

 

CLEMENS: Ich bin doch nicht verrückt. Das ganze dort klingt mir dann doch ein wenig zu sehr nach ungeordneter Anarchie. Es sollen dort zig Kainskinder umgekommen sein, wenn man den Gerüchten glauben schenkt. Und das in ein paar wenigen Nächten.

 

MORGENSTERN: Das ist maßlos übertrieben.

 

LIZ: Aber einige Opfer hat es dort bestimmt gegeben.

 

CLEMENS: Inklusive dem Prinzen....

 

LIZ: Inklusive ALLEN Hexenmeistern, wenn man auch von ihnen nichts hört.

 

CLEMENS: Teutoburg war eine Tremere-Domäne?

 

MORGENSTERN: Blödsinn. Das Land zwischen Bielefeld, Osnabrück und Münster ist traditionelles Herrschaftsgebiet meines Clans. Erst in der jüngeren Vergangenheit haben dort andere Clans in munterem Wechselspiel das Prinzenamt innegehabt. Kein Wunder, dass der Sabbat dort so leicht Fuß fassen konnte.

 

LIZ: Chaos folgt Chaos nach. So ist es stets.

 

MORGENSTERN (nickt grimmig): Ganz recht.

 

CLEMENS: Noch ein Grund mehr, sich von dort fernzuhalten.

 

LIZ (nickt.)

 

MORGENSTERN: Ich weiß nicht so recht. Vielleicht ist die Idee Kainskinder dort zur Neuansiedlung zu bewegen gar keine so schlechte Idee.

 

LIZ (überlegt kurz, dann schaut sie sich im Raum um): Wer ist eigentlich die Sterbliche, die Euer Amtskollege vom Clan des Mondes mitgebracht hat?

 

MORGENSTERN: Eine junge Künstlerin. Tänzerin, wenn ich mich recht entsinne.

 

LIZ (leckt sich über die Lippen): Ob er sie wohl für einen kleinen Imbiss zu teilen bereit ist?

 


 

Eine Nachricht, die alle Domänen im September 2011 erreicht...

 

Nach eingehender Beratung sind wir zu der Überzeugung gelangt, dass die Bedrohung, die die Domäne Teutoburg in den vergangenen Monaten verheert hat, offensichtlich abgeklungen ist. Aus diesem Grunde ergeht der Aufruf an mutige Kinder Kains, sich dort eine neue Zuflucht zu suchen und die nun am Boden liegende Domäne zu altehrwürdiger Größe zurückzuführen, auf dass sie wieder zu einem Fanal der Macht der Camarilla in den Deutschen Landen werde.

 

Ausdrücklich verbieten wir jedwede Ansiedlung in der Stadt Münster und erklären die Domstadt zur "terra interdicta". Dieses Verbot bedarf keiner Erklärung außer dem guten Glauben daran, dass wir wissen, wovon wir sprechen und weshalb wir dieses Verbot erlassen.

 

Reinhardt von Trotta, Justikar des Clans der Zepter der Könige

 


 

Eine interne Nachricht, Oktober 2011

 

Bonsoir.

 

Sollten Sie noch am Unleben sein, wird diese Nachricht sie wohl erreichen, wenn Sie ab und an noch immer ihre alten Emailadressen benutzen. Und sollte ich zwei Wochen nach Versenden dieser Email noch existieren, haben die hohen Herrschaften der Camarilla mit ihren Einschätzungen, die sie in dem dieser Mail angehängten Schreiben haben verlauten lassen wohl Recht.

 

Es scheint also wirklich so, dass die Bedrohung durch die Wolflinge abgeklungen ist. Ein Restrisiko, nehme ich an, bleibt, doch bevor die Camarilla beginnt, diese Domäne von außen zu ordnen, werden wir uns wohl am Besten selbst darum kümmern, hier wieder eine gewisse Struktur in den Laden zu bringen und zu retten, was zu retten ist.

 

Ich selbst habe mich in den letzten Wochen einigermaßen umschauen können und würde gerne meine Einschätzungen der Lage mit Ihnen teilen. Grundsätzlich ist wohl Folgendes festzustellen:

 

– Prince Malfort ist, wenn nicht vernichtet, so zumindest doch verschwunden. Damit wird umzugehen sein und Beratungen hinsichtlich dieses Umstandes erscheinen mir notwendig.

 

– Lassen Sie uns doch einmal sehen, wer von uns überhaupt noch hier ist. In dem Zusammenhang sollten wir Informationen austauschen, und überlegen ob es für den einen oder die andere Ferngebliebene noch Hoffnung gibt, oder ob wir sie als vernichtet annehmen müssen.

 

– Der Aufruf der Camarilla wird gewiss einige abenteuerlustige Kainskinder in die Domäne locken. Ich werde versuchen, sie im Vorfeld aufzutreiben, damit wir sie unter die Lupe nehmen können.

 

– Weite Teile der Domäne, die für Vampire von Wichtigkeit waren, müssen von uns erforscht werden, um eventuell zurückgelassene Hinweise auf unsere Existenz zu vernichten und die Maskerade zu wahren. Für ein solches Vorgehen ist eine systematische Planung von Nöten.

 

 

Ich lade Sie daher zu einem Treffen ein, an dem wir die nötigen Dinge besprechen wollen und uns gleichzeitig derjenigen Neuankömmlinge annehmen können, die ich bis dahin aufgetrieben habe. Sollten sich andere Kainskinder bei Ihnen melden, überprüfen Sie sie im Vorhinein persönlich, um eine Falle der Wolflinge auszuschließen. Das Treffen soll stattfinden am 22. Oktober, gegen 20:00. Melden Sie sich einen Tag vor dem Treffen über die alten Kanäle bei mir, und ich werde Ihnen die Adresse des Treffens kurzfristig bekannt geben.

 

Als Anhang wie angekündigt noch die neuste Verlautbarung des Justikars des Clans der Könige.

 

 

Mes Hommages,

 

Aristide, Comte d'Agincourt, Kind Louis Pardus, Ancilla des Clans der Gelehrten

 

Attachment: gescannter Aufruf.doc (siehe Nachricht an alle Domänen vom September 2011)

 


 

"Diese Texte sind Fiktion. Alle Personen und Gegenstände sind nicht real. Sie basieren auf dem Rollenspiel Vampire: Die Maskerade."

 

 

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